Commerzbank-Deal enthüllt tief wurzelnde nationale Interessen

vor etwa 2 Monaten

Commerzbank-Deal enthüllt tief wurzelnde nationale Interessen
Bildquelle: Tichys Einblick

Bankenpolitik zählt zu den äußerst sensiblen Handlungsfeldern nationaler Politik. Gerade in Zeiten, in denen sich die politische Führung berufen fühlt, wachsende Bereiche des ökonomischen Geschehens zentral zu planen, wie es beispielsweise im Falle der Rüstungspolitik oder des Green Deal in der EU und insbesondere in Deutschland der Fall ist, sind Kreditprozesse und Bankenregulierung Fragen von nationaler Bedeutung. Kredit wird zunehmend politisch gelenkt.

Dass die nationale Bankenpolitik in der EU noch immer in maximaler Distanz zur von Brüssel vorgegebenen Linie der Konvergenz verharrt, führt das Beispiel des zähen Übernahmeversuchs der Commerzbank durch die italienische UniCredit eindrucksvoll vor Augen. Der Vorgang gerät zu einer quälenden Zangengeburt, die weder von der Mehrheit der Commerzbank-Aktionäre, noch von Investoren, geschweige denn vom noch immer mit rund zwölf Prozent beteiligten deutschen Staat goutiert wird.

Bis zum 8. Juli soll sich entschieden haben, ob es zu einer Übernahme durch die UniCredit kommt oder nicht. Derzeit kontrollieren die Italiener 42,5 Prozent des Eigenkapitals: 26,77 Prozent der Aktien konnte die UniCredit bislang über die Börse direkt erwerben, hinzu kommen 3,22 Prozent Derivateinstrumente wie Optionsscheine, die das Anrecht auf einen entsprechenden Aktientransfer der Commerzbank begründen. Hinzu kommen die 12,51 Prozent der Commerzbank-Aktionäre, die bislang das Angebot der UniCredit akzeptiert haben. Man nähert sich also dem kritischen Punkt der absoluten Mehrheit der Stimmrechte, muss sich bislang allerdings der Macht der Investoren und des deutschen Staates geschlagen geben, die die Übernahme nach wie vor verhindern.

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