Bundeswehr bildet ukrainische Soldaten aus – viele desertieren

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Bundeswehr bildet ukrainische Soldaten aus – viele desertieren
Bildquelle: Tichys Einblick

Allein in Sachsen-Anhalt sind seit 2022 mehr als 80 ukrainische Soldaten von den Übungsplätzen, darunter dem Truppenübungsplatz Altengrabow, geflohen. Deutschlandweit dürften es mehrere Hundert Fälle sein. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigt lediglich „vereinzelte“ Entfernungen, eine bundesweite Statistik gibt es nicht, berichtet dazu aktuell Die Zeit.

Ukrainische Medien wie TSN, Glavkom und Korrespondent.net bestätigen die Dimensionen: TSN berichtet detailliert von mindestens 80 Fällen allein in Sachsen-Anhalt – die Männer gelten nach ukrainischem Recht als Deserteure. Gemäß Artikel 408 des ukrainischen Strafgesetzbuchs drohen ihnen bei einer Rückkehr fünf bis zwölf Jahre Haft. Viele der Betroffenen waren nicht freiwillig zur Armee gegangen, sagten sie in den Interviews mit der Zeit. Sie wurden von den Territorialen Rekrutierungszentren (TCK) zwangsrekrutiert – wie etwa der 39-jährige Wolodymyr Schulgin aus Dnipro: Nur wenige Tage nach seiner gewaltsamen Aufnahme in die Armee landete er zur Ausbildung in Deutschland und nutzte dort die Gelegenheit zur Flucht. Seine Familie, die bereits in Deutschland lebt, konnte er später wiedersehen.

Anders als die über eine Million ukrainischen Zivilflüchtlinge fallen diese geflüchteten Soldaten nicht unter den Schutzstatus nach Paragraf 24 des deutschen Aufenthaltsgesetzes: Dieser gilt für Personen, die „aus der Ukraine vertrieben“ wurden, aber nicht für Militärangehörige, die von ihrer Regierung nach Deutschland entsandt wurden. Viele der Deserteure stellten trotzdem Asylanträge und berufen sich auf die drohende Verfolgung. Die Erfolgsaussichten für diese Anträge gelten als gering, eine Auslieferung während laufender Verfahren ist jedoch unwahrscheinlich.

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