Anfang Juni wurde bekannt, dass die Taliban, die in Afghanistan herrschende Terrormiliz, einen Abschiebeflug aus Deutschland nach Kabul mit der Begründung abgesagt hatten, dass man nicht genug Diplomaten in Deutschland habe. Ehemalige afghanische Diplomaten sprachen in dem Zusammenhang von Erpressung. Nun wurde bekannt, dass die Bundesregierung vor der Terrortruppe eingeknickt ist – vier weitere Diplomaten der Taliban dürfen nach Deutschland kommen.
Der Umgang mit dem Islamischen Emirat, wie der Taliban-Staat offiziell heißt, ist dabei ein Streitthema: Die Taliban regieren seit 2021 in Afghanistan, werden jedoch bis auf Russland von keiner anderen Regierung auf der Welt anerkannt. Deutschland erkennt etwa die 2021 eigentlich untergegangene Islamische Republik Afghanistan als legitime Regierung Afghanistans an.
Doch seit einiger Zeit nimmt es die Bundesregierung mit solchen Formalitäten nicht mehr genau: Die afghanische Botschaft in Berlin und das Generalkonsulat in Afghanistan wurden bereits im vergangenen Jahr von Taliban-Vertretern übernommen. Zuvor hatte die Bundesregierung auf Weisung der Taliban-Regierung die Akkreditierung des eigentlichen Generalkonsuls nicht verlängert – stattdessen genießen nun zwei Taliban-Diplomaten eine weitreichende konsularische Immunität in Deutschland (mehr dazu hier).
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