Die südafrikanische Menschenrechtlerin Navanethem „Navi“ Pillay wird mit dem Friedensnobelpreis 2026 ausgezeichnet. Das norwegische Nobelkomitee würdigt die 85-jährige Juristin für ihren jahrzehntelangen Einsatz für das Völkerrecht und die strafrechtliche Verfolgung schwerster Menschenrechtsverbrechen. Doch ihre Haltung zum Antisemitismus und frühere Äußerungen zur Meinungsfreiheit werfen Fragen zu der Entscheidung auf.
Bereits 2012 hatte Pillay als UN-Hochkommissarin für Menschenrechte die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo wegen der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen scharf kritisiert. In einer offiziellen Stellungnahme ihres Büros wurden die Zeichnungen als „bösartig und absichtlich provozierend“ bezeichnet. Angesichts gewaltsamer Proteste gegen islamkritische Veröffentlichungen sei es von Charlie Hebdo „doppelt unverantwortlich“ gewesen, die Karikaturen zu publizieren.
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Die Äußerungen stammen aus einer Pressemitteilung des UN-Menschenrechtsbüros vom 21. September 2012, die bis heute auf dessen Internetseite abrufbar ist. Hintergrund waren internationale Proteste gegen den „islamfeindlichen“ Film „Innocence of Muslims“, die teilweise in schwere Gewalttaten umgeschlagen waren. In der libyschen Stadt Bengasi waren unter anderem der amerikanische Botschafter Christopher Stevens und weitere US-Diplomaten getötet worden.
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