Mit der Regelmäßigkeit von Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Kirchweih, Oktoberfest, Dreischanzentournee, CSD, ESC usw. gibt sich die „Bildungsnation“, die keine mehr ist, fürchterlich zerknirscht: Ach, wie geht es in Sachen Bildung doch so ungerecht zu in diesem unserem Lande!
Am 15. Juni haben Bildungspolitik und Bildungs-„Wissenschaft“ diese Leier erneut abgespielt. Wie alle zwei Jahre wurde der „Bildungsbericht“ vorgestellt. Es ist der bislang elfte „Bildungsbericht“, 396 Seiten dick. Er suggeriert bereits im Untertitel, welches Lamento diesmal angestimmt wird. Er lautet: „Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildungsungleichheiten nach sozialer Herkunft.“ Dramatis personae bei der Vorstellung des „Bildungsberichts“ diesmal: Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU), die Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) als Vertreterin der 16 Länder und Prof. Dr. Kai Maaz für das Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation.
Dabei hat die „hohe“ Politik für die Jahre 2024 bis 2026 347 Maßnahmen (Länder) beziehungsweise 13 Maßnahmen (Bund) gemeldet, die die soziale Ungleichheit in der Bildung verringern sollen. Aber eben nicht verringert haben. Hier wird der Bericht unfreiwillig ehrlich: Obwohl das Kita-Angebot in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist, wird die Kita seltener von Kindern aus Familien mit niedriger Bildung oder mit Einwanderungsgeschichte besucht. Boshaft gefragt: Vielleicht muss man schon pränatal ansetzen?
PUTINS KRIEG: Suche nach Vermissten nach Schlag auf Einkaufzentrum – Kiew schlägt zurück | STREAM














