AfD-Vordenker Hans-Thomas Tillschneider ist im Interview mit Melanie Amann im Podcast Amann Unframed vorzeitig aufgestanden, weil ihm die Fragen nicht passten. Der promovierte Islamwissenschaftler trägt als intellektuelle Instanz des Landesverbandes Sachsen-Anhalt maßgeblich Verantwortung für das derzeitige Wahlprogramm. In dem Bundesland ist er zudem stellvertretender Landesvorsitzender. Als Gast in Melanie Amanns Podcast „Amann Unframed“ zeigte er sich allerdings erstaunlich unpolitisch und unsouverän.
Nach 48 Minuten kam es zum Eklat. Tillschneider zeigte sich empört über Amanns Gesprächsführung und verließ das Studio. Er gab vorher zu Protokoll: „Ich bin unter anderen Voraussetzungen in diese Sendung gekommen. Ich habe gedacht, es geht hier um mein Buch. Ich habe gedacht, es geht um meine Person. Sie fragen mich zu Björn Höcke, zu sonst wem, und deshalb will ich das hier jetzt beenden. So muss ich mich nicht behandeln lassen.“
Natürlich können AfD-Politiker beklagen, dass sie ständig in Interviews nach ihren Parteikollegen, irgendwelchen Zitaten oder Geschichten von vorgestern befragt werden. Aber wer als Rechter zu Amann geht, muss zweifellos wissen, welche Fragen auf ihn zukommen. Ein stellvertretender Landesvorsitzender und maßgeblicher Autor des Wahlprogramms muss ertragen, dass er nicht ausschließlich als abstrakt daherschwebender Großdenker wahrgenommen wird. Selbstverständlich führt konkrete Mitarbeit in einer Partei zu konkreten Fragen über die Partei; alles andere wäre journalistisches Versagen.
SACHSEN-ANHALT: Beben bringt Schulze ins Wanken! AfD rechnet mit vielen Partei-Überläufern | LIVE














