In Zeiten grassierender Judenfeindlichkeit, die längst auch in Teilen der Politik angekommen ist, wollen wir die schlimmsten Ausfälle sichtbar machen. Dafür verleiht NIUS jeden Freitag die „Goldene Wassermelone“ – einen Negativpreis für besonders auffällige Antisemiten. Die Wassermelone ist wegen ihrer Farben zum Symbol der Palästina-Bewegung geworden. In unserem Preis steht sie für den Punkt, an dem vermeintliche Solidarität in Hass auf den jüdischen Staat umschlägt. Diese Woche heißt unser Preisträger Jürgen Todenhöfer.
Antisemitismus ist der Hass auf die Juden, als „Judenhass“ würde man das Wort übersetzen. Aber ist das auch eine brauchbare Definition? Meine jedenfalls nicht, denn Hass ist eine affektive Kategorie und inhaltlich kaum greifbar. Keep it simple, meine ich. Daher genügt es mir, den Antisemitismus als das „Gerücht über die Juden“ zu begreifen, wie Adorno festhielt.
Natürlich ließen sich weitere Merkmale benennen, etwa die Dämonisierung. Israel als „Reich des Bösen“ und als „rassistischen Killerstaat“ zu bezeichnen, dämonisiert den jüdischen Staat ganz offensichtlich. Noch präziser lässt sich das Gerücht jedoch in der Tirade des früheren CDU-Bundestagsabgeordneten und späteren Gründers einer eigenen Partei erkennen.
Lesen wir:
„Israel sollte laut seinem geistigen Vater Herzl ein ‚Musterstaat der Toleranz‘ werden. Und wurde zum ‚Reich des Bösen‘. Zu einem rassistischen Killerstaat, der in den umgebenden Ländern systematisch Araber und nun auch Iraner mordet. Auch an diesem Wochenende tötete die IDF wieder 9 Menschen im Libanon, darunter Frauen und Kinder. Töten in Nachbarländern ist Israels Staatsraison geworden.“
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