Die Übung ist Teil eines der größten niederländischen Manöver der letzten Jahre, und dies sei aufgrund der angeblich deutlich gestiegenen Bedrohung Europas nötig. „Wir bereiten uns auf Szenarien vor, in denen wir nicht nur kämpfen, sondern auch die Konsequenzen eines konventionellen Konflikts professionell bewältigen müssen“, sagte Brigadegeneraal Nicole de Wolf, Kommandeurin des Operationeel Ondersteuningscommando Land. Besonders betonte sie die humanitäre Komponente: „Russische Gefangene erhalten exakt dieselbe Behandlung wie unsere eigenen Soldaten – mindestens so komfortabel wie die Unterkünfte unserer Truppen im Feld.“
Das Prototyp-Lager besteht aus modularen weißen Baracken mit Etagenbetten für je etwa 20 Personen. Jede Einheit verfügt über eine eigene Freiluftzone, Gemeinschaftsduschen, Speisesäle und sanitäre Anlagen. Eine medizinische Station, Verhör- und Registrierungszentren sowie eine zentrale Kommandozentrale gehören ebenfalls dazu. Statt klassischer Wachtürme sichern hochmoderne Kameramasten und Drohnenüberwachung das Gelände. Persönliche Gegenstände wie Mobiltelefone müssen abgegeben werden, doch Briefe an Angehörige sind ausdrücklich erlaubt. Das gesamte Lager wird innerhalb einer Woche von 30 niederländischen Unternehmen aufgebaut – diese enge Zusammenarbeit zwischen Militär und Zivilwirtschaft sei ebenfalls zu proben.
Laut offiziellen Angaben sollen beim Betrieb der Anlage nicht nur alle logistischen Herausforderungen bewältigt werden, sondern auch die Einhaltung der Genfer Konvention garantiert sein. Dazu zählt eine geregelte Verpflegung, die medizinische Versorgung und die Möglichkeit zum Informationsaustausch mit dem Internationalen Roten Kreuz. Gleichzeitig dient die Übung dem Sammeln nachrichtendienstlicher Erkenntnisse durch systematische Vernehmungen.
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