Der Jubel beginnt schon, als das Ergebnis der CDU auf der Leinwand erscheint. Als anschließend die Zahlen für die AfD folgen, explodiert der Saal. Rund 44 Prozent. Mehr als doppelt so viel wie 2021. Mehr als doppelt so viel wie die CDU. Für einige Sekunden geht auf der AfD-Wahlparty in Magdeburg im Lärm unter, was gerade politisch geschehen ist: Eine Partei, die vor fünf Jahren 20,8 Prozent erreichte, steht nun unmittelbar vor der absoluten Mehrheit der Mandate.
Björn Höcke stimmt „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ an. Alice Weidel spricht von einem „klaren Regierungsauftrag“. Ulrich Siegmund erklärt, Friedrich Merz sei ein „sehr guter Wahlkämpfer für uns“ gewesen. Bei der CDU herrscht währenddessen bei Bekanntgabe der Prognose im Magdeburger Maritim-Hotel betretenes Schweigen, lange Gesichter, blankes Entsetzen. Man hat es tatsächlich geschafft, die ohnehin schon schlechten Prognosen nochmals zu untertunneln.
Dieser Abend ist das Ergebnis eines Wahlkampfs, dessen Kräfteverhältnisse lange vor dem ersten Kreuz auf dem Stimmzettel sichtbar wurden. Selbst die linke „Zeit“ beschrieb die Veranstaltungen der AfD in Sachsen-Anhalt als eine Art Volksfest. Siegmund kam bei stundenlangen Selfie-Runden kaum mehr hinterher, die Wünsche der Besucher abzuarbeiten. Zahllose Hände wurden geschüttelt. Bilder, die jeder anderen Partei das Blut in den linken Adern gefrieren ließ. Eine andere Wahlkampfbeobachtung der Zeitung bescheinigte der AfD sehr gut besuchte Veranstaltungen und eine digitale Inszenierung, die daraus ständig neue Bilder von Größe und Dynamik erzeugte.
phoenix Wahlrunde zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt | 06.09.2026









