Die AfD hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Wähler nahezu sämtlicher Parteien gewonnen. Vor allem aber mobilisierte sie mehr als 150.000 Menschen, die 2021 nicht gewählt hatten. Das Ergebnis zeigt den Verlust institutioneller Deutungshoheit, die Wirkung einer besonderen ostdeutschen Erfahrung und den Erfolg eines modernen Wahlkampfs.
Die ersten Zahlen der Wählerwanderung zeigen die Dimension des AfD-Erfolgs. Nach den vorläufigen Berechnungen von Infratest dimap gewann die Partei 157.000 Stimmen von bisherigen Nichtwählern. Weitere 83.000 Stimmen wechselten von der CDU zur AfD. Hinzu kamen 19.000 ehemalige FDP-Wähler, 11.000 frühere Linken-Wähler, 7.000 Stimmen aus dem SPD-Lager und sogar 2.000 von den Grünen.
Die beiden wichtigsten Quellen des Erfolgs sind damit eindeutig: Die AfD mobilisierte in bisher unbekanntem Umfang Menschen, die der Wahl 2021 ferngeblieben waren. Gleichzeitig brach sie tief in die ehemalige Wählerschaft der CDU ein.
Auch die demografischen Zahlen zeigen, dass die AfD längst keine Partei einer einzelnen Altersgruppe ist. Nach den Daten der Forschungsgruppe Wahlen erreicht sie bei den unter 30-Jährigen 44 Prozent, bei den 30- bis 44-Jährigen 49 Prozent und bei den 45- bis 59-Jährigen sogar 51 Prozent. Erst bei den über 60-Jährigen fällt sie mit 36 Prozent deutlich zurück.
Noch stärker ist die soziale Staffelung: Unter Wählern mit Hauptschulabschluss erreicht die AfD 57 Prozent, bei Menschen mit mittlerer Reife 53 Prozent. Unter Abiturienten sind es 37 Prozent, unter Hochschulabsolventen 23 Prozent. Bei Arbeitern kommt die AfD auf 51 Prozent, bei Selbstständigen auf 44 Prozent und bei Angestellten auf 40 Prozent. Unter Beamten sind es dagegen nur 29 Prozent.
In den staatsfernen Schichten kann die AfD besonders punkten.
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