Zwischen Klinsi und Streich: Curaçao ist kein Cocktail

vor 3 Monaten

Zwischen Klinsi und Streich: Curaçao ist kein Cocktail
Bildquelle: Tichys Einblick

Dafür wurde auf dem Berliner ZDF-Sofa sofort geliefert. Da saß Christian Streich, der Mann, der beim SC Freiburg aus wenig Geld viel Fußball machte. Fast drei Jahrzehnte lang Trainer, Nachwuchsförderer, Talententwickler, Fußballpädagoge und gelegentlich auch das Gewissen der Bundesliga. Ein Original. Einer, den selbst Leute mögen, die Freiburg politisch eigentlich gar nicht mögen.

Neben ihm Per Mertesacker, Christoph Kramer und die bewährten Moderatoren Jochen Breyer und Katrin Müller-Hohenstein. Das Studio applaudiert. Wir zu Hause irgendwie auch. Denn Streich gehört zu jener aussterbenden Spezies Mensch, die in Interviews oft klingt, als hätte sie sich nicht vorbereitet, und gerade deshalb interessant ist. Der ehemalige Freiburger Erfolgscoach analysiert das Turnier, wundert sich über die defensive Aufstellung der Südafrikaner und erklärt einmal mehr, dass Erfolg nur möglich sei, wenn jeder Spieler seine Rolle exakt ausfülle.

Ein schöner Gedanke. Man fragt sich allerdings sogleich, ob Streich auf dem ZDF-Sofa seine eigene Rolle ebenso exakt ausfüllen möchte. Denn kaum rollt der Ball, rollt auch die Gesellschaftsanalyse. Rudi Völler hatte dem DFB sinngemäß empfohlen, sich diesmal möglichst auf Fußball zu konzentrieren und das Politische oder moralpolitische Statements wegzulassen. So lautete die taktische Order ans Team. Man kennt schließlich die Erfahrungen vergangener Turniere.

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