Es gibt so Statistiken, die kann das schönste Stadtmarketing nicht schönreden. Allein im vergangenen Jahr sind etwa 12.500 Menschen mehr aus Berlin in andere Bundesländer gezogen als umgekehrt.
Gegenüber dem Ausland steht im vergangenen Jahr dagegen ein Wanderungsplus von etwa 32.200 Menschen. Die deutsche Hauptstadt wächst durch internationale Zuwanderung, aber verliert im Austausch mit dem übrigen Deutschland.
Wer Berlin von außen betrachtet und noch nicht kennengelernt hat, der sieht meist Möglichkeiten. Wer schon in Berlin lebt und seinen Alltag dort organisieren muss, sieht das anders.
Auch wenn man jung ist, verliert irgendwann die Aussicht auf die nächste aufregende Nacht gegen den Wunsch nach einem erträglichen Dienstagmorgen. Berlin lebt vom unberechtigten Vertrauensvorschuss der Neuankömmlinge – und von der sentimentalen Verlustangst der Alteingesessenen. Ein Arbeitsplatz, die Familie und ein alter Mietvertrag halten Menschen fest. Das ist noch lange kein Liebesbeweis.
Wer gehen kann, besitzt eine Freiheit, die diese Stadt zunehmend wertvoll macht: die Freiheit, ihr den Rücken zu kehren.
Nationaler Normenkontrollrat zum Bürokratieabbau | 08.10.26











