Der öffentlich geförderte Migranten-Dachverband in Sachsen-Anhalt warnt vor einer möglichen Abwanderung von Migranten aus dem Bundesland nach der Landtagswahl – und fordert die übrigen Bundesländer auf, Aufnahmeprogramme vorzubereiten. Nach Angaben des Landesnetzwerks Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt, kurz LAMSA, dächten 80 Prozent der Befragten aus dem eigenen Netzwerk darüber nach, das Bundesland zu verlassen, falls die AfD die nächste Landesregierung führen sollte.
Daraus leitet LAMSA eine weitreichende politische Forderung ab. Die Vorsitzende Undra Dreßler sagte dem MDR: „Wir fordern die anderen 15 Bundesländer auf, Aufnahmeprogramme für geflüchtete Menschen aus Sachsen-Anhalt aufzustellen. Für den Fall, dass ihre Situation nach der Landtagswahl hier deutlich verschärft wird.“
Der Verband stellte dazu ein Forderungspapier mit dem Titel „Zukunft nur mit uns!“ vor. Schon die Eingangsfrage gibt die programmatische Richtung vor: „Ist das Bundesland Sachsen-Anhalt ein Ort, in dem es sich zu leben lohnt?“ LAMSA schreibt, mit zunehmender Spaltung und aggressiver Stimmung dächten viele Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrung „ernsthaft über Auswanderung nach“. Das Land stehe „vor einer Zäsur“.
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