Es ist ein Satz, der auch einen Tag später noch die Runde macht auf dem Tag der Familienunternehmer im Berliner Adlon-Hotel: „Ich treffe jedenfalls am Sonntag mehr Leute auf dem Golfplatz als abends in den Talkshows“, hatte Kanzler Friedrich Merz (CDU) am Donnerstagnachmittag zum Auftakt der Konferenz den versammelten Firmenchefs und Unternehmern entgegengeschleudert, als diese sich über Wirtschaftspolitik und Unternehmer-Bashing beschwerten. „Er sollte lieber froh sein, dass wir NICHT in die Talkshows gehen“, kommentiert eine Unternehmerin hämisch.
Der Satz mit dem Golfplatz ist nicht gut angekommen bei jenen, die mal zum Kern der Merz-Unterstützer gehörten. Ein Satz, der mehr ist als eine flapsige Bemerkung über vermeintlich müßiggehende Firmeninhaber. Ein Satz, der einen Bruch markiert zwischen dem einstigen Stammlager der Union und ihrem Kanzler.
Am Freitag ist der Merz-Satz in den Pausen-Gesprächen noch immer Thema. „Wenn Sie hier durch die Reihen gehen“, sagt ein Bauunternehmer als Hessen, „dann werden Sie Leute treffen, die ihre Sonntage in der Firma verbringen und nicht auf dem Golfplatz“. Mit keinem Satz hat sich Merz so ins Aus geschossen, wie mit diesem. Dass die Reform einer Wohlstandsgesellschaft schwerer sei als der Wiederaufbau nach dem Krieg, ist auch nicht gut angekommen. Was waren die Entbehrungen der Nachkriegszeit gegen die Größe meiner Mission, ist bei den Leuten im Saal angekommen. Nicht gut.
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