Supernova Orbán

vor etwa 3 Stunden

Supernova Orbán
Bildquelle: Tichys Einblick

20 Jahre lang war Viktor Orbán ungarischer Ministerpräsident. Sein Stern strahlte so hell am politischen Firmament, dass ihn der jetzige Ministerpräsident Péter Magyar einmal mit der Sonne selbst verglich.

Im Augenblick gleichen Orbán, seine Fidesz-Partei und sein einstiges politisches Lager allerdings eher dem Überbleibsel einer Supernova. Statt Schwerkraft gilt Fliehkraft, obwohl die Materie und die Energie, aus der dieser Stern bestand – in unserer Allegorie also die bürgerliche bis konservative Wählerschaft – weiterhin in irgendeiner Form existiert. Es hält sie aber kaum noch etwas zusammen.

Orbán, der lange als politischer Zauberer galt, versucht nun, die Gesetze der politischen Physik auszuhebeln und den explodierten Stern wieder zum Leuchten zu bringen. Das dürfte jedoch selbst für ihn sehr schwer werden.

Nach der verlorenen Wahl vom 12. April zog er sich wochenlang zurück, um in sich zu gehen. In ein oder zwei Interviews sprach er von einer „inneren Leere” und Enttäuschtheit, und von der eigenen Verantwortung für das Desaster. Mitte Juni aber kehrte er als Bezugspunkt seiner Partei zurück, und ließ sich auf einem Erneuerungskongress Mitte Juni als Parteichef wiederwählen.

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