Der deutsche Virologe Christian Drosten hat sich besorgt über das Vorgehen gegen den US-Immunologen Anthony Fauci geäußert. Fauci steht in den USA wegen seiner Rolle während der Corona-Krise unter politischem Druck und muss sich wegen des Vorwurfs der Missachtung des Kongresses verantworten. Auch Drosten beriet während der Corona-Krise die Regierung.
„Am Beispiel Fauci kann man die Gefahren der politischen Arena erkennen“, sagte Drosten gegenüber WEB.DE. Zugleich stellte er klar, dass zwischen ihm und Fauci nie persönlicher oder beruflicher Kontakt bestanden habe. Drosten verteidigte Fauci dabei ausdrücklich als Wissenschaftler. Er bezeichnete ihn als „Prototyp des seriösen Wissenschaftlers“, der auch Restzweifel und Unsicherheiten in seine Überlegungen einbeziehe. Gerade diese wissenschaftliche Zurückhaltung könne sich jedoch politisch gegen Forscher wenden, so Drosten.
Eingestandene Unsicherheiten könnten dazu führen, dass Wissenschaftler von Politikern und der Öffentlichkeit angegriffen würden. „Selbst wenn man sich auf Fakten beschränkt, wird man zum politischen Gegner derjenigen, denen Fakten nicht in die Agenda passen“, erklärte der Virologe.
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