Für das ZDF-Politbarometer hat die Forschungsgruppe Wahlen am 17. April zum ersten Mal die AfD mit 26 Prozent vor der Union mit 25 gemessen. Für die FAZ das Institut für Demoskopie Allensbach am 18. April ebenfalls zum ersten Mal. INSA gab der AfD für Bild am 18. April 27 Prozent, der Union 24. Der politische interessierte Bürger wird sagen, na und, das sind doch keine Unterschiede.
Auf den ersten Blick ist das so. Auf den zweiten nicht. Nur die Institute Allensbach und Forschungsgruppe hatten im Unterschied zu YouGov, Insa, Forsa usw. die AfD vorher nie vor der Union gezeigt. Nicht der anderen Antworten der Befragten und nicht unterschiedlicher Befragungsinstrumente wegen, sondern der politischen Nähe der Auftraggeber zur Union hier, zu Rotgrün dort. Die Institute selbst offenbaren der Öffentlichkeit die nackten Umfragergebnisse – Rohdaten genannt – nicht und wie sie die Rohdaten zu den Zahlen gewichten, die sie veröffentlichen. Wer fast zwei Jahrzehnte hinter den Kulissen sah, wie das gemacht wird, weiß, der Gewichtungs-Spielraum der Institute ist stets größer als die größten veröffentlichten Änderungen.
Melden FAZ und ZDF beide zum ersten Mal die AfD einen Punkt vor der Union, ist erstens der Abstand in Wahrheit größer und zweitens der Trend zu deutlich, um ihn ganz weggewichten zu können, ohne sich in der Umfragebranche zu blamieren.
Presseclub · Sommer der Reformen: Kommt Deutschland so voran? | 04.07.2026











