Die britische Innenministerin Shabana Mahmood hat Eritrea mit einem vollständigen Visaverbot für seine Staatsbürger gedroht, falls die Regierung in Asmara nicht bei der Rücknahme abgelehnter Asylbewerber und ausreisepflichtiger Straftäter kooperiert. Erste Maßnahmen gelten bereits seit dem heutigen Donnerstag: Eritreische Diplomaten benötigen für Reisen über 60 Kilometer außerhalb Londons eine Genehmigung. Die bevorzugte Visa-Bearbeitung für VIPs und Regierungsvertreter wird abgeschafft.
Die britische Regierung setzt damit ihre Linie fort, Staaten bei mangelnder Zusammenarbeit mit Visabeschränkungen unter Druck zu setzen. Nach Angaben des Innenministeriums hat Eritrea seine Kooperation bei Rückführungen Anfang dieses Jahres abrupt eingestellt.
Zugleich stellten Eritreer in den zwölf Monaten bis Juni 2026 die größte Nationalitätengruppe unter den Menschen, die mit kleinen Booten über den Ärmelkanal nach Großbritannien kamen. Die Behörden registrierten 5.875 eritreische Staatsbürger, ihr Anteil betrug rund 18 Prozent unter den Asylbewerbern.
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