Nun haben Sie (Moya Alemues, gespielt von Nambitha Ben-Mazwi) es gerade noch geschafft, sich und den Sohn Ihrer Schwester (Yaro Alemu, gespielt von André Nkot Oling) über die zentrale Mittelmeerroute von Äthiopien aus nach Italien zu schmuggeln, sind der unerbittlichen See – 40 andere sind ertrunken, Ihre Schwester ebenfalls – in einem Schlauchboot entronnen, der italienischen Polizei entwischt, haben sich bis nach Zürich durchgeschlagen.
Was erwartet Sie da? Sie müssen sich ein kleines Apartment mit Ihrer Cousine (Sanaa Mukambo, gespielt von Nancy Mensah-Offei) teilen. Der Junge kann nicht in die Schule, Sie sind in der Illegalität gefangen. Die Nachbarin hat Sie bereits erspäht, wird Sie bei den Behörden anschwärzen. Wenn die Schweizer Polizei Sie schnappt und an die Italiener ausliefert, werden Sie in eins dieser Abschiebecamps in Albanien gesteckt und müssen wieder zurück ins Kriegsgebiet, aus dem Sie kamen.
Immerhin können Sie mit dem Ausweis Ihrer Cousine als Velokurierin arbeiten, Pizza ausfahren. Aber noch nicht mal ein Elektrofahrrad gibt es, da muss man auch im übertragenen Sinne strampeln, die Cousine nebenher noch als Gebäudereinigerin schuften, damit das Geld reicht.
AfD-Parteitag in Erfurt - Tag 2 | 05.07.26











