Die Gefahr lauert im Chat: In sozialen Netzwerken bauen Täter gezielt Vertrauen zu Minderjährigen auf, manipulieren sie systematisch und missbrauchen sie sexuell. Die Auskünfte der Landeskriminalämter auf eine NIUS-Anfrage machen deutlich: Das gezielte Anbahnen von sexuellen Kontakten zu Kindern im Internet (Cybergrooming) verzeichnet in mehreren Bundesländern steigende Fallzahlen. Gleichzeitig setzen die Behörden immer häufiger digitale Lockvögel ein, um die Täter auf frischer Tat zu überführen.
Die Täter geben sich in sozialen Netzwerken, Messengern oder Online-Spielen gegenüber den Minderjährigen als gleichaltrig aus oder stellen sich als verständnisvolle Erwachsene mit ähnlichen Erfahrungen oder Interessen dar. Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen und schließlich sexuelle Kontakte anzubahnen. In vielen Fällen bringen sie die Kinder dazu, ihnen freizügige Selfies zu senden. Die Fotos werden dann teilweise als Druckmittel gegen die Minderjährigen eingesetzt, um sie zu weiteren Handlungen zu bewegen.
Wie groß das Cybergrooming-Problem inzwischen ist, zeigt eine Studie der Landesanstalt für Medien NRW aus dem Jahr 2025. Demnach gab fast jedes vierte der mehr als 2000 befragten Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen acht und siebzehn Jahren an, bereits entsprechende Annäherungsversuche erlebt zu haben.
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