ARD-Sommerinterview: Verkehrte Welt mit Friedrich Merz

vor etwa 18 Stunden

ARD-Sommerinterview: Verkehrte Welt mit Friedrich Merz
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Schon mit der Eingangsmoderation bringt Markus Preiß die Situation ganz gut auf den Punkt: „Wo immer der Kanzler auftritt, da beschwört er nahenden Aufschwung und bessere Stimmung. Zugleich aber fallen die Umfragewerte für seine Partei und auch für ihn selbst.“

An Merz prallt das ab. Dass er dem Land und seinen Bürgern ständig Vorwürfe macht, sie würden zu wenig arbeiten oder zu „verdrießlich“ sein, selbst aber durch seine missglückten Auftritte eben jenen Verdruss erst verursacht, kann er nicht nachvollziehen. Trägt er eine Mitschuld? Keineswegs, ausgeschlossen.

Dabei kommt es für ihn heute Abend knüppeldicke. Kleine Grafik: Angela Merkel hatte nach einem Jahr Regierungszeit noch 57 Prozent Zustimmung, Olaf Scholz noch 36 und Merz nur 16. Dann kommen CDU-Mitglieder aus dem aktuellen Wahlkampf zu Wort, die dem Kanzler eine Breitseite nach der anderen geben. Seine Glaubwürdigkeit sei weg, es gebe „immer nur Ankündigungen, aber es passiert nix“. Ob er eine Belastung für seine Partei sei, will Merz nicht beantworten. Und wie zum Beweis fängt der Kanzler der gebrochenen Wahlversprechen schon wieder an zu flunkern: „Ich habe von meinen Zielen nichts aufgegeben, von meinen Grundüberzeugungen nichts aufgegeben“. Vor der Wahl neue Schulden kategorisch auszuschließen und sofort nach der Wahl sogar Rekordschulden aufzunehmen, steht in seinen Augen offenbar für Konsequenz. Dass die Bevölkerung darüber enttäuscht ist, habe er „nicht unterschätzt“. Im Gegenteil: „Für mich ist das eher eine zusätzliche Motivation.“

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