Reichelt über Kampagne gegen neue Medien: „Das soll die Existenz zerstören“

vor etwa 3 Stunden

Reichelt über Kampagne gegen neue Medien: „Das soll die Existenz zerstören“
Bildquelle: NiUS

NIUS Live widmete am Montag eine Sonderstunde der Sendung dem aktuellen Angriff auf die Finanzierung neuer Medien. Anlass ist ein Aufruf der linken Organisation Campact an Unternehmen, bestimmte Medien und YouTube-Kanäle von Werbeschaltungen auszuschließen. In der Sendung diskutieren Vertreter mehrerer neuer Medien zu Auswirkungen und Bedeutung des Campact-Werbeboykotts.

NIUS-Chefredakteur Julian Reichelt sagt in der Sendung: „Wir sprechen über ein Thema, über das in diesem Land viel zu wenig gesprochen wird und über das gesprochen werden muss, nämlich über den linken Boykottaufruf gegen großartige neue Medien.“ Campact wolle mit seinem Boykottaufruf erreichen, dass bestimmte Medien keine Werbegelder mehr erhalten. Reichelts Prognose: „Diese neuen Einschüchterungsmechanismen“ würden nicht funktionieren.

Die Podcasterin und Interviewerin Jasmin Kosubek, die nach eigenen Angaben einen großen Teil ihrer Einnahmen über YouTube erzielt, schildert die unmittelbaren Folgen eines solchen Boykotts für unabhängige Medienmacher.

„Es ist schon existenzbedrohend, weil, und ich sage es jetzt mal ganz offen, ich den größten Anteil meiner Einnahmen durch YouTube generiere. Das ist für mich ein relevanter Faktor.“

Jasmin Kosubek, unabhängige Journalistin und Podcasterin, die auf ihrem YouTube-Kanal ausführliche Interviews zu politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Themen führt, spricht in der NIUS-Live-Sonderstunde am 31. August über die wirtschaftlichen Folgen von Werbesperren.

Vor allem die politische Etikettierung ihres Kanals kritisiert Kosubek scharf. Ihr Format bilde sehr unterschiedliche Positionen ab. „Ich habe Linksradikale auf meinem Kanal, ich habe Transfrauen auf meinem Kanal. Der eine AfDler, den ich jemals interviewt habe, war Ulrich Siegmund. Das muss man sich mal vorstellen.“

Ihr zentraler Vorwurf: „Ich habe es als unsportlich erlebt. Ich finde es einfach ein Unding, dass man sich nicht mit Inhalten auseinandersetzt, sondern einfach sagt: Hass und Hetze auf meinem Kanal, wo ich ein so diverses Podcast-Spektrum habe.“

Max Mannhardt, Chefredakteur von Apollo News, stellt die wirtschaftliche Dimension in den Mittelpunkt. Werbung sei für neue Medien keine Nebeneinnahme, sondern eine Grundlage journalistischer Arbeit.

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