Ulrich Siegmund: Wir brauchen Negativ-Migration

vor etwa 2 Stunden

Ulrich Siegmund: Wir brauchen Negativ-Migration
Bildquelle: Tichys Einblick

Die Programmplanung des MDR steckt in derselben Klemme wie die Politik in Sachsen-Anhalt. Die AfD ist so stark, dass ein TV-Duell zwischen Ulrich Siegmund und dem aktuellen Ministerpräsidenten Sven Schulze eigentlich die logische Konsequenz wäre. So wie in der Politik eine Koalition der beiden Parteien den Wählerwillen am ehesten spiegeln würde.

Das Dilemma: In Zeiten der Brandmauer wollen alle anderen Parteien notfalls einen geschlossenen Block bilden, um angeblich die Demokratie vor der AfD zu retten – egal, wie handlungsunfähig ein solcher Block wäre. Der MDR handelt entsprechend: Man will um alles in der Welt ein großes Duell der beiden Spitzenkandidaten vermeiden. Deshalb lädt man stattdessen lieber gleich alle Parteien ein, und seien sie noch so unbedeutend.

Die MDR-Wahlarena Mitte August verlief exakt nach diesem öden Schema. Doch die AfD wird immer stärker, steht laut Infratest dimap in Sachsen-Anhalt bereits bei 42 Prozent. Die CDU hat in den vergangenen Wochen weitere zwei Prozent verloren und steht bei 22 Prozent.

Der Erkenntnisgewinn fällt entsprechend mager aus. Noch dazu, weil Schulze seinen Eingangsmonolog dazu nutzt, lediglich all jene Vorurteile und Falschbehauptungen zu wiederholen, die schon seit Monaten regelmäßig heruntergebetet und von Siegmund ebenso regelmäßig gekontert werden. Die AfD habe „kein Konzept für die Themen der Zukunft“, wolle „Kinder nicht zur Schule bringen“ und „Frauen zurück an den Herd“.

„Fake News“, entgegnet Siegmund, und verweist auf seine „Vision 2026“, die zahlreiche Lösungsvorschläge enthalte. Schulze geht er frontal an: „Sie haben es seit 24 Jahren nicht geschafft, hier mal ’ne kostenlose Kindergartenversorgung anzubieten, kostenloses Schulessen anzubieten. Wir möchten Familien Rückenwind geben. Und Sie subsumieren das so, dass die Frau an den Herd gehört. So ein Schwachsinn. Wir möchten Frauen die Freiheit zurückgeben, selbst zu bestimmen. Aber aktuell können unter Ihrer Politik Frauen oftmals gar keine Familie gründen, weil Sie eine familienfeindliche Politik haben.“

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel