Erstmals haben zwei Schwerverletzte des Anschlags am Rande des Berliner Christopher Street Day ausführlich über den Angriff mit der Machete gesprochen. Luise D. und Sebastian S. wurden am 25. Juli im Tiergarten lebensgefährlich verletzt. Nicht durch das Tatfahrzeug, sondern durch Stiche und Hiebe. Beide werfen der öffentlichen Debatte vor, diesen Teil der Tat weitgehend auszublenden.
Sebastian S. beschreibt die Verletzung gegenüber WELT: „Ich habe dann so ein Zischen gehört und sah tatsächlich, dass meine Lunge nach außen trat.“ Weiter sagt er: „Ich dachte wirklich, ich werde da sterben. Das Blut floss aus mir raus, meine Lunge quoll heraus und ich bin dann da zusammengebrochen auf die Knie.“
Luise D. fasst ihre Lage so zusammen: „Mein Attentat hat bis jetzt gar nicht stattgefunden. Ich hätte sterben können, hätte behindert sein können, ich hätte entstellt sein können.“ Und: „Für mich ist das belastend, dass wir einfach nicht stattfinden.“
An einem Baum im Tiergarten hängen Schilder, die den Opfern gedenken.
Am Abend des 25. Juli steht Sebastian S. mit einer Gruppe von etwa 14 Freunden im Großen Tiergarten, nahe der Statue „Amazonen zu Pferde“. Die Freunde kommen vom CSD. Sebastian wollte zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon auf dem Heimweg sein, blieb aber stehen. Eine Reiterstaffel der Polizei ist in der Nähe.
Dann geht alles sehr schnell. Ein Mann springt aus dem Gebüsch und sticht auf die Gruppe ein. Luise D. wird als Erste mehrfach im Oberkörper getroffen. Sie erleidet schwere innere Verletzungen, ist sofort bewusstlos, verliert viel Blut. „Der kam auf mich zu, der hatte eine Machete in der Hand.“
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