Deutschland hat offenbar die einträglichste Geldanlage seiner Geschichte entdeckt: Der Staat überweist einen Euro Entwicklungshilfe ins Ausland, deutsche Unternehmen können dafür um 2,50 Euro mehr exportieren. Rund 380.000 Arbeitsplätze hängen nach Berechnungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an diesem Geschäft. Wer jetzt noch bei der Entwicklungshilfe kürzen will, muss Deutschland geradezu vorsätzlich verarmen lassen wollen.
Immer mehr Milliarden Euro Verschwendungen in linken Unsinnsprojekten verschwinden auf Nimmerwiedersehen in Genderprojekten, in Fahrradwegen und sonstigen XXL-Wahnsinnsnummern. Auch Kritiker und Kenner der Materie wie Volker Seitz halten die Entwicklungshilfe an sich für nicht reformfähig.
Genau in diesem Auge des Hurrikans entdeckt die KfW den deutschen Steuer-Euro als wundersamen Exportvermehrer. Entwicklungshilfe plötzlich als Geschäft, das Deutschland reicher macht. Die Debatte über Kontrolle soll einer Debatte über angeblich gefährdete Arbeitsplätze weichen.
Die KfW betreibt einen politischen Zahlentrick mit einer unsicheren Schätzung. Das Arbeitspapier legt viele Schwächen offen. Die Presseabteilung entfernt die Zweifel und verkauft das gewünschte Ergebnis als erwiesene Tatsache.
Knapp zwei Jahre später bringt derselbe Euro angeblich 2,50 Euro Exportumsatz. Die Zahl der Arbeitsplätze steigt auf rund 380.000. Deutschlands Entwicklungshilfe hat sich in der Zwischenzeit weder grundlegend verändert noch ihre Mittel vervielfacht. Geändert haben sich nur das Modell und der Untersuchungszeitraum.
Die KfW verweist auf die erstmalige Einbeziehung von Dienstleistungen. Das klingt nach einer plausiblen Erklärung, bis man die Tabellen der vollständigen Untersuchung liest.
Für 2024 errechnen die Autoren etwa 53,1 Milliarden Dollar zusätzliche Warenexporte. Dienstleistungen tragen rund 4,1 Milliarden Dollar bei. Ihr Anteil am behaupteten Gesamteffekt beträgt gut sieben Prozent. Damit lässt sich der Sprung von 36 Cent auf 2,50 Euro nicht erklären.
Die eigentliche Vermehrung findet im Rechenmodell statt.
Das bevorzugte Modell liefert folgende Aussage: Steigt die deutsche Entwicklungshilfe für ein Land um zehn Prozent, liegen die deutschen Exporte dorthin durchschnittlich etwa 1,1 Prozent höher.
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