Die Tiefkühl- und Kühlschrankregale sind komplett leer, zahllose Lebensmittel sind schlicht nicht mehr verfügbar. Auf einer Temperaturanzeige leuchten rot die Zahlen 26,5 Grad. In Frankreich ist es in der Nacht von Sonntag auf Montag zu einem landesweiten Hackerangriff gekommen. Dabei wurden die Temperaturregelungen von Kühlanlagen in Hunderten französischen Supermärkten der Ketten Intermarché, Leclerc und Super U ins Visier genommen, wie etwa Le Parisien berichtet. Die Abteilung für Cyberkriminalität der Pariser Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen.
Die Hacker hatten über das Internet die Kontrolle über die Temperatur der Abtaufunktion von Kühlgeräten des Herstellers Danfoss erlangen können – sie aktivierten diese dauerhaft mit hoher Intensität, wodurch zahlreiche Lebensmittel in kurzer Zeit verdarben. Teilweise heizten sich die Geräte bis zu 50 Grad auf. Tonnenweise Lebensmittel mussten deswegen entsorgt werden. Die Kontrolle der Geräte soll im Internet frei zugänglich gewesen sein – die Hacker fanden die entsprechenden Zugänge über eine Suchmaschine und gelangten mit wenigen Klicks zu den Funktionskontrollen.
Danfoss spricht von „älteren Geräten, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben und keine Software- oder Sicherheitsupdates mehr erhalten“. Vor mehreren Monaten hatte der Hersteller bereits auf gravierende IT-Sicherheitslücken in der eigenen Steuerungssoftware hingewiesen, für deren Behebung seit mehreren Monaten ein Sicherheitsupdate zur Verfügung stand. Dieses wurde an den betroffenen Stellen jedoch nicht installiert.
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