In einer Flüchtlingsunterkunft im Berliner Stadtteil Spandau ist am frühen Samstagmorgen ein Feuer ausgebrochen. Nach Erkenntnissen der Polizei könnte es sich um eine schwere Brandstiftung handeln. Man ermittelt gegenwärtig in diese Richtung, bestätigte ein Sprecher dem rbb. Vier Menschen wurden durch das entstandene Rauchgas verletzt, drei von ihnen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden. Mehrere Hundert Bewohner des Flüchtlingsheims hatten sich zuvor eigenständig in Sicherheit gebracht. Das Hotelgebäude ist nach Angaben der Feuerwehr für knapp 1.200 Menschen ausgelegt.
Das Feuer brach im vierten Stock des sechsgeschossigen Gebäudes aus, wo laut Polizei eine Matratze in Flammen aufging. Der Rauch zog bis in die oberste Etage. Die Löscharbeiten dauerten rund zwei Stunden. Die betroffene Etage ist vorerst nicht mehr bewohnbar. Daher müssen 50 Bewohner nach Angaben von Feuerwehr und Bezirksamt Spandau in einem anderen Gebäudeteil untergebracht werden. „Besonders herausfordernd war für uns die hohe Anzahl an betroffenen Menschen und die teilweise vorhandene Sprachbarriere“, teilte die Feuerwehr mit.
Berlin ist als Bundesland in der Flüchtlingshilfe stark engagiert. Das Bundesland gibt jährlich etwa eine Milliarde Euro für die Unterbringung von Flüchtlingen aus. Das ging Ende 2025 aus einer Berechnung des Senats hervor, die dem Tagesspiegel vorlag. Demnach beliefen sich die Kosten für die Unterkünfte im Jahr 2024 auf 883 Millionen Euro – 2020 waren es noch 312 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg um gut 150 Prozent.
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