Politische Erpressung vor der Stichwahl? Theaterchef droht mit Rücktritt bei AfD-Sieg

vor 3 Monaten

Politische Erpressung vor der Stichwahl? Theaterchef droht mit Rücktritt bei AfD-Sieg
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Wenige Tage vor der Stichwahl um das Landratsamt in Saalfeld-Rudolstadt hat der Rudolstädter Theaterintendant Steffen Mensching seinen Rücktritt für den Fall eines Wahlsiegs des AfD-Kandidaten Thomas Benninghaus angekündigt. „Die AfD will ein anderes Land. Und für mich ist es wichtig, da ein Zeichen zu setzen, zu sagen, ich arbeite mit diesen Leuten nicht zusammen. Für mich existiert da eine Brandmauer. Ich mache das nicht“, sagte Mensching dem MDR. „Klar, es ist auch eine Provokation. Ich sage entweder oder“, so der Intendant weiter. Zugleich wandte er sich direkt an die Wähler im Landkreis: „Liebe Leute, überlegt euch, was ihr wählt. Ihr entscheidet hier nicht nur über einen Landrat.“

Am Sonntag tritt Benninghaus gegen den amtierenden Landrat Marko Wolfram (SPD) an. Im ersten Wahlgang hatte Wolfram 47,1 Prozent der Stimmen erhalten, Benninghaus 40,2 Prozent. Der parteilose Bewerber Wolfgang Wehr kam auf 12,7 Prozent. Da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichte, kommt es zur Stichwahl.

Auslöser für Menschings Ankündigung sind Äußerungen Benninghaus’ im Thüringer Landtag. Der AfD-Abgeordnete sprach dort im Dezember 2025 über einen Antrag seiner Fraktion zur Sanierung und Restaurierung von Kriegsgräbern sowie Krieger- und Vertriebenendenkmälern. „In einigen Städten Thüringens werden auf Gehwegen sogar goldene Steine eingebaut, um an die Opfer der Kriege zu erinnern, während unsere traditionellen Gedenkstätten dem Vergessen preisgegeben sind“, sagte Benninghaus laut Landtagsprotokoll. Gegenüber dem MDR bezeichnete Menschen die Positionen Benninghaus’ als „eine ganz klare Verharmlosung des Holocaust“.

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