Eine linke Volkspartei gibt es nur im Stalinismus

vor 2 Monaten

Eine linke Volkspartei gibt es nur im Stalinismus
Bildquelle: Tichys Einblick

Jetzt will die Linke Volkspartei werden. Die Frage lautet nur, von welchem Volk? Über die Linke schreiben zu müssen, ist im Grunde ein Dekadenzphänomen. Die neue Stärke der Linkspartei rührt im Grunde daher, dass sie soziologisch inzwischen eine Westpartei ist. Finanziell abgesicherte Kinder aus dem Westen, die Ideologiefächer an den Universitäten belegen, dort die fünf Schlagworte lernen, mit denen man schnell und ganz doll aufgeregt inhaltsleere Reden wie Heidi Reichinnek halten kann, haben die Linke als Abenteuerspielplatz entdeckt, auf dem sie ganz doll wichtig sein können. Schaut man ins Plenum oder hört man sich die Reden zur 1. Tagung des 10. Parteitages der Linken an, bekommt man schnell den Eindruck, in die Veranstaltung einer Sekte oder von TikTok geraten zu sein.

Natürlich beginnt der Parteitag einer Partei neuen Typs mit dem Absingen der Internationale, wozu Parteivorsitzende Ines Schwerdtner keck das geballte Fäustchen reckt. So viel Lifestyle-Stalinismus muss schon sein.

Aber ganz ehrlich, die 1. Tagung des 10. Parteitages der Partei der Linken leistete in therapeutischer Hinsicht Großartiges für die vielen jungen Universitätsbesucher vornehmlich aus dem Westen. Ihnen hörte endlich mal jemand zu. Sie sagten zwar nichts Neues, neu war nur, dass sie es waren, die es sagten. Als Ostdeutscher allerdings kann man diese Westpartei nicht wählen, in der sich die Kinder von Studienräten, Gewerkschaftsfunktionären und Ärzten die Hörner abstoßen.

Werfen wir einen Blick ins Plenum. Ein Delegierter beantragte in der Emphase des Klassenkampfes, das geplante Public Viewing des Spiels Deutschland gegen die Elfenbeinkünste abzusagen. Seine Begründung war wohlbegründet, geradezu von marxistischer Gesellschaftsanalyse durchdrungen: „Ich hasse die Fifa und Infantino ist ein Faschist.“ Wow, so viel Aufwertung der Bezeichnung „Faschist“ hat man den Linken gar nicht zugetraut. Als der Versammlungsleiter händeringend darum bat, sich nicht in Nebensächlichkeiten zu verzetteln, musste er sich eine harte Kritik einer sehr wichtigen Genossin, die beim Reden ständig auf ihr Handy schaute, als lese sie ihre kleine Rede ab, anhören: „Wie sagt man so schön, gib ihnen Brot und Spiele und sie werden nie revoltieren.“

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