Norwegen will seine Öl- und Gasvorkommen in der Arktis weiter erschließen. Energieminister Terje Aasland hat den Kurs seiner Regierung jetzt noch einmal ausdrücklich bestätigt. Die ablehnende Haltung der Europäischen Union gegenüber neuen Öl- und Gasbohrungen in der Arktis werde daran nichts ändern. Weitere Bohrungen in der Barentssee seien aus Sicht Oslos für die langfristige Energieversorgung notwendig.
Aasland verweist dabei ausdrücklich auf die geopolitische Lage. Europa brauche auch künftig verlässliche Energielieferungen. Norwegen wolle seine Rolle als großer Öl- und Gasproduzent behalten und die Förderung möglichst bis mindestens 2035 auf dem heutigen Niveau stabilisieren. Ein erheblicher Teil der noch unerschlossenen Ressourcen liegt in der Barentssee.
Die norwegische Regierung hat dafür längst die Voraussetzungen geschaffen. Im Mai weitete sie die diesjährige Lizenzrunde auf weitere 70 Blöcke des norwegischen Kontinentalschelfs aus. 38 davon liegen in der Barentssee. Ministerpräsident Jonas Gahr Støre begründete die Entscheidung ausdrücklich mit der Bedeutung der Branche für Norwegen und mit Europas Energiesicherheit.
Damit prallt die norwegische Energiepolitik auf einen Kurs, den die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen seit Jahren verfolgt. In ihrer Arktisstrategie von 2021 forderte die Kommission, fossile Energieträger auch in der Arktis im Boden zu lassen. Brüssel wollte dafür auf eine internationale Verpflichtung gegen neue Förderprojekte hinarbeiten.
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