Jedes erfolgreiche Projekt hat seine Konjunkturritter, die sich in den Windschatten hängen, um billig mitgenommen zu werden und ein wenig vom Abglanz des Ruhms mitzubekommen. Der Aufstieg der Alternative für Deutschland hat eine besondere Spielart des medialen Schmarotzertums hervorgebracht: Den „AfD-Experten“, der sich bevorzugt in Talkshows, Leitartikeln, Geschwätzwissenschaftler-Tagungen und sonstigen Kommentarformaten herumtreibt, um von der Seitenlinie mehr oder weniger ungefragt seinen Senf dazuzugeben.
Justus Bender, derzeit stellvertretender Politikchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS), ist so ein AfD-Erklärbär der ersten Stunde. „Was will die AfD?“ – schon 2017 glaubte er das zu wissen und veröffentlichte gleich ein ganzes Buch darüber mit reißerischen Spekulationen, was dem Land und „unserer Demokratie“ so alles drohe, wenn diese Partei erst mal an die Regierung käme.
Der Zeitpunkt dafür rückt näher, da mag Bender noch so viel warnen; wohl deshalb hat er Ende 2025 eine erweiterte und aktualisierte Neuausgabe seines Buches nachgeschoben. Von der war ZDF-Moderator Markus Lanz so begeistert, dass er Bender dieser Tage gleich als Verstärkung in sein Studio einlud, um mit ihm gemeinsam den AfD-Spitzenkandidaten und künftigen Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt in die Zange zu nehmen.
AfD-Parteitag in Erfurt - Tag 2 | 05.07.26











