Nach den tödlichen Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade mit sechs Toten verdichten sich die Erkenntnisse zum Tathintergrund. Gegen den mutmaßlichen Täter läuft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts, sein eigenes Baby misshandelt zu haben. Auf Anfrage von NIUS bestätigte die Staatsanwaltschaft Hannover: „Wir führen ein Verfahren gegen Fatih G. wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen.“ Konkret geht es nach NIUS-Informationen um den Verdacht, dass das erst drei Monate alte Mädchen ein Schütteltrauma erlitten haben könnte.
Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich nach NIUS-Informationen um Fatih G. Er soll am Montag in der Einrichtung in der Dankersstraße fünf Menschen erschossen haben, eine sechste Person erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Bei den Todesopfern handelt es sich nach Polizeiangaben um vier Frauen und zwei Männer – allesamt Mitarbeiter der Einrichtung beziehungsweise des Jugendamts. Drei von ihnen arbeiteten nach NDR-Informationen für die Region Hannover.
Hintergrund der Tat ist ein Sorgerechtsverfahren. In dessen Zusammenhang lebten Mutter und Kind in der Stader Einrichtung: Nach dem zeitweisen Entzug durfte das Kind nach NDR-Informationen unter Auflagen zur 34-jährigen Mutter zurück, allerdings nicht an deren Wohnort in Hannover. Zu dem Termin in der Einrichtung – einem Hilfeplangespräch – reisten die zuständigen Fachkräfte eigens an. Nach Schilderungen aus der Nachbarschaft eskalierte dort die Lage; der Mann verließ zunächst das Gebäude, holte offenbar eine Waffe aus einem Auto und kehrte zurück. Anschließend fielen die Schüsse.
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