Die norditalienische Kleinmetropole Modena wurde an diesem Wochenende zum Symbol eines Europas, das seine eigene Verwundbarkeit längst kennt und dennoch immer wieder überrascht wirkt, wenn sie sichtbar wird.
Ein 31-Jähriger rast mit einem Auto in Passanten, verletzt sieben Menschen, zwei davon verlieren ihre Beine. Danach greift der Mann mit einem Messer ein weiteres Opfer an. Zeugen berichten, der Fahrer habe gewirkt, als wolle er „so viele Menschen wie möglich erfassen“. Viele Medien berichteten früh mit genauen Details zum Tathergang und zum mutmaßlichen Attentäter, darunter Il Giornale. Das sind Sätze, die Europa seit Jahren kennt. Und genau darin liegt das eigentliche Problem.
Die Bilder erinnern unweigerlich an die Anschläge von Nizza, an die Lkw-Attacke auf den Berliner Weihnachtsmarkt oder an die Attentate auf den Ramblas von Barcelona. Ein Auto. Die ruhige Fußgängerzone als Ziel. Maximaler Schrecken. Die italienischen Ermittler prüfen ausdrücklich, ob der Täter frühere islamistische Anschläge nachahmen wollte. Noch ist das Motiv offiziell unklar. Doch schon jetzt zeigt sich erneut das europäische Dilemma: Man versucht mit aller Kraft, die Tat individuell zu erklären, obwohl sich die Muster längst ähneln.
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