Bei Miosga: Schnick, Schnack, Schnuck, Krieg!

vor etwa 14 Stunden

Bei Miosga: Schnick, Schnack, Schnuck, Krieg!
Bildquelle: Tichys Einblick

Klare Fakten? Fehlanzeige. Belastbare Beweise? Vollkommen unnötig! Man ist von Talkrunden im deutschen, öffentlich-rechtlichen Fernsehen ja wirklich einiges gewohnt. Aber derart offen und unverblümt hat noch selten ein ÖRR-Stuhlkreis seine Einseitigkeit ausgelebt wie an diesem Sonntagabend – und schlimmer noch: derart offen zur Aggression gegen ein anderes Land aufgerufen. Um es klar zu sagen: zum Krieg aufgerufen!

Schon mit ihrer Einleitung macht Miosga deutlich, dass es heute Abend keinesfalls um irgendeine journalistische Herangehensweise geht. Nicht um Fakten, Für und Wider. Nicht um Abwägung, sondern um Agitation. Ausschließlich. Selbst leichte Zweifel haben an diesem Sonntagabend nichts verloren. Miosga moderiert die Sendung allen Ernstes mit den folgenden Worten an: „Ein Krieg ohne Kriegserklärung. Und auch, wenn die Täter ihre Signatur nicht überall hinterlassen, die Handschrift ist lesbar, und die Botschaft ist klar: Russlands hybrider Krieg. Wie groß ist die Gefahr für Deutschland?“

Eine Runde, die sich grundsätzlich in allem einig ist, worüber soll die diskutieren? Richtig: über gar nichts. Stattdessen wird sich gegenseitig hochgeschaukelt, bis die Zinnsoldaten auf dem Studio-Schlachtfeld glühen. Im Detail wird sich widersprochen, um sich selbst zu inszenieren, mehr nicht. Während in der Ukraine Hunderttausende sterben, üben sich hier drei Agitatoren und ihre Chefagitatorin in Hass und Hetze. Sie sind Kriegsprofis in der Theorie, weit entfernt von jedem blutigen Kriegsschauplatz, und sie debattieren kalt und herzlos. Denn sie wissen ja über alles am besten Bescheid. Der eine mehr noch als die andere. Und sie alle schießen in dieselbe Richtung: Putin, wen sonst?

Da wäre Nico Lange, ehemaliger Leiter des Leitungsstabs im Verteidigungsministerium (unter Annegret Kramp-Karrenbauer, 2019-2022), der sich mittlerweile als Publizist mit aggressiven Äußerungen durch die Medien hangelt. In Miosga hat er einen willigen Fan gefunden; die gelernte Nachrichtensprecherin räumt ihm extrem viel Raum für seine kruden Thesen ein. Das Hausgewächs der Konrad-Adenauer-Stiftung darf minutenlang derart unverblümt vom Leder ziehen, dass es einem Erich Vad oder Harald Kujat die Fußnägel in Falten legen dürfte. Solch besonnene Stimmen wie der ehemalige militärpolitische Berater von Angela Merkel (Vad) oder der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr (Kujat) haben heute selbstverständlich Heimaturlaub, wie immer. In einem ÖRR-Studio darf ausschließlich ein Lange abledern.

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