Erst jetzt, Anfang September, wird bekannt, was sich bereits am 2. Juli im Berliner Abgeordnetenhaus ereignet hatte: Ein 52-jähriger Migrant gelangte trotz der üblichen Sicherheitskontrollen mit einem Messer in seinem Koffer in das Gebäude. Auf der Besuchertribüne verhielt er sich auffällig und stürmte anschließend in Richtung des Plenarsaals, in dem die 159 Abgeordneten tagten. Personenschützer der Innensenatorin Iris Spranger (SPD) überwältigten den Täter im Foyer. Nun ermittelt auch der Staatsschutz, berichtet die Berliner Zeitung.
Dass der Tatverdächtige überhaupt in das gesicherte Abgeordnetenhaus am Margot-Friedländer-Platz eingelassen worden ist, verwundert: Wie jeder Gast musste auch der Flüchtling die Sicherheitskontrolle inklusive Metalldetektorschleuse passieren. Eine vorherige Anmeldung für die Besuchertribüne besaß er jedoch nicht. Auf der Empore redete der angeblich gut gekleidete Migrant laut, gestikulierte auffällig und verließ sie dann. Kurze Zeit später rannte der Täter dann auf den Plenarsaal zu, die hauseigenen Wachleute konnten ihn nicht aufhalten und riefen um Hilfe.
Im Foyer vor dem Plenarsaal griffen drei zivile Personenschützer der Innensenatorin ein: Die Beamten warfen den Mann zu Boden, fesselten ihn und übergaben ihn der Polizei. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Störung der Tätigkeit eines Gesetzgebungsorgans nach § 106b Strafgesetzbuch sowie wegen Körperverletzung. Dem Mann wurde ein Platzverweis erteilt. Bei einer Verurteilung droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr.
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