Wie verfährt man mit Schummlern auf dem Weltmarkt? Die Forderung nach Freihandel klingt wohlfeil, wenn eine Seite ihre Exporte subventioniert, die eigene Währung künstlich niedrig hält und sich so Vorteile auf Kosten ihrer Handelspartner verschafft. Ökonomen sprechen von einer Beggar-thy-neighbor-Politik. Sie zielt darauf ab, wirtschaftliche Probleme wie hohe Arbeitslosigkeit durch Exportüberschüsse auf andere Länder abzuwälzen. China hat sich über Jahrzehnte zum Champion dieser Disziplin entwickelt.
Wie groß das Ungleichgewicht inzwischen ist, zeigen die chinesischen Zollzahlen für 2025: Das Land exportierte Waren im Wert von rund 3.770 Milliarden Dollar und importierte für lediglich 2.580 Milliarden Dollar. Der Handelsüberschuss erreichte damit den Rekordwert von 1.189 Milliarden Dollar – mehr als ein Prozent des weltweiten BIP.
Eine Analyse von Ökonomen der US-Notenbank beziffert die Unterbewertung des Yuan je nach Berechnungsgrundlage auf rund 20 bis 24 Prozent. Hinzu kommen Kapitalverkehrskontrollen, die den chinesischen Finanzmarkt weitgehend abschotten und dem Staat erheblichen Einfluss auf die Finanzierungsbedingungen sichern. Gleichzeitig unterstützt Peking seine Exportwirtschaft mit umfangreichen Subventionen. Die Folgen bekommen zunehmend auch europäische Unternehmen zu spüren.
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