Medikamentenfälschung in Afrika bleibt eine Gefahr

vor etwa 2 Monaten

Medikamentenfälschung in Afrika bleibt eine Gefahr
Bildquelle: Tichys Einblick

Ingrid Aouane die Gründerin von Africa-Live.de, einem Magazin für Nachrichten aus und über Afrika, berichtete am 8. Mai 2026 auf ihrer Homepage von einem Afrikaner, der Fieber, Schüttelfrost und Bauchschmerzen hatte und sich deshalb von einem Straßenhändler „Medikamente“ besorgte. Da er weiterhin starke Schmerzen hatte, bat sie ihn, ihr die Medikamente zu zeigen. Die Symptome deuteten eindeutig auf Malaria hin, allerdings hatte ihm der Straßenhändler auf den Rat eines Krankenpflegers ein Mittel gegen Darmwürmer (lt. Packung angeblich von einem italienischen Hersteller), ein Anti-Rheumamedikament (angeblich von Pfizer) und ein Antibiotikum, das bei Vaginalinfektionen angezeigt ist (angeblich von Sandoz) verkauft. Sie berichtet, dass er rund 8 Euro für diesen Molotow-Cocktail bezahlt hat.

Diese Geschichte erinnert mich an gefälschte Medikamente an fast jedem meiner Dienstorte in Afrika. Mir wurde von seriösen Ärzten erzählt, dass die gefährlichen Tabletten oft in Hinterhöfen in Nigeria hergestellt und auf informellen Märkten verkauft werden. Wie Radio France International (RFI) kürzlich berichtete, hat Interpol in diesem Jahr weltweit bereits gefälschte Produkte im Wert von 15,5 Millionen Dollar beschlagnahmt. Besonders in Afrika wurden Fälschungen von Schmerzmitteln, Antibiotika und Malariamitteln verkauft.

Medikamentenfälschung ist eine immense Gefahr. Für viele Afrikaner sind Arzneimittel unerschwinglich. Deshalb greifen sie auf billige, oft gefälschte und deshalb gefährliche Heilmittel zurück. Tagtäglich werden Unmengen minderwertiger Medikamente durch Afrikas Häfen geschleust. Jedes Jahr sterben Tausende Menschen an gefälschten Medikamenten, schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dahinter steckt viel kriminelle Energie. Wer Medikamente bei Straßenhändlern kauft, kann davon ausgehen, Fälschungen zu erwerben. Kriminelle haben leichtes Spiel. Ihre Kundschaft ist groß und leichtgläubig. Die Organisation „Apotheker ohne Grenzen“ berichtete, in Tansania seien im Straßenhandel Schmerzmittel als Malariamedikamente umetikettiert und teuer verkauft worden.

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