Wie uns Luigi Pantisano von der Tyrannei eines Begriffs befreite

vor etwa 2 Monaten

Wie uns Luigi Pantisano von der Tyrannei eines Begriffs befreite
Bildquelle: Tichys Einblick

Luigi Pantisano, der weithin unterschätzte Vorsitzende der Linkspartei, hat eine von der Öffentlichkeit bisher zu wenig bemerkte, von einigen sogar falsch verstandene kulturelle Großtat vollbracht, mehr noch, man wird ihn künftig Luigi, den Befreier nennen. Er hat uns erlöst von der Herrschaft eines niederdrückenden, eines deprimierenden und vor allem diskriminierenden und ja auch toxischen Begriffs, der übrigens umso toxischer war, je unschärfer er blieb. Doch nun ist aus dem hypercodierten, polysemantischen Begriff Faschismus oder Faschist, der Existenzen vernichtete, ein einfaches, ganz banales Schimpfwort geworden, sozusagen ein Schoßhündchen, das hin und wieder einmal knurrt.

Wer vor Pantisanos Befreiungstat Faschist genannt wurde, der stand plötzlich am Schandpfahl und in Verbindung mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das konnte ihn Arbeit, Reputation und Freunde kosten. Mit dem Sieg der Linken im Historikerstreit und mit ihrer Eroberung der Diskursherrschaft konnten die Rotgrünen ihren Totalitarismus von links verbergen, indem sie die Faschistenkeule schwangen, um den realen oder in den meisten Fällen vermeintlichen Totalitarismus von rechts zu brandmarken. Mehr noch, der Abbau von Demokratie und Freiheit bis hin zu Merkels rotgrüner Postdemokratie fand unter dem Label Kampf gegen Rechts statt, wobei „rechts“ synonym mit rechtsextrem, rechtsradikal oder faschistisch gebraucht wurde.

Dass der Begriff Faschismus ein KI-Fake war – KI nicht als Künstliche Intelligenz, sondern als Komintern –, wurde gern verschwiegen, weil die Rotgrünen wie schon die Kommunisten aller Länder in Moskau ein großes Problem damit hatten, dass zwar einerseits Hitler der Hauptgegner war, andererseits im Wort Nationalsozialismus das Wort Sozialismus vorkam, der wunderbare Gulag-Sozialismus, der doch in der Sowjetunion aufgebaut wurde und der in den Heimatländern der Kommunisten ebenfalls errichtet werden sollte.

Um korrekt zu bleiben, half der Begriff Faschismus sogar von 1939 bis 1941, dass man Antifaschist bleiben konnte, ohne gegen Hitler sein zu müssen, denn der war im Hitler-Stalin-Pakt plötzlich Stalins Verbündeter. Das trieb die deutschen Kommunisten zu den schlimmsten Verrenkungen und den kommunistischen Dichter Johannes R. Becher zu einem schaurigen Gedicht. Während Stalin deutsche Kommunisten im Moskauer Exil an Hitler auslieferte, die dann sofort im KZ verschwanden oder erschossen wurde, hymmte Becher tapfer:

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