Problem-Ponys, blaue Haare, Frauenkleider: Warum sehen linksradikale Aktivisten aus wie ihre eigenen Karikaturen?

vor etwa 1 Stunde

Problem-Ponys, blaue Haare, Frauenkleider: Warum sehen linksradikale Aktivisten aus wie ihre eigenen Karikaturen?
Bildquelle: NiUS

Linke Totalitaristen tragen schon lange keine Uniform mehr, und auch keine schwarzen Rollis. Vielmehr sind sie als ästhetische Zumutung mit den Requisiten einer Freakshow unterwegs. Je weniger die Schreihälse auf dem Kasten haben, desto auffälliger muss das Äußere ausfallen. Und sie soll man ernst nehmen?

Ach, was waren das für Zeiten, als man Linke noch ernst nehmen konnte! Sie trugen schwarze Existenzialisten-Pullover mit Rollkragen und ließen sich ihre Haare lang wachsen, um den ordentlich gepflegten Frisuren ihrer Eltern zu trotzen. Auch waren sie intellektuell nicht so unbewaffnet wie heute. Rudi Dutschke etwa, der „rote Rudi“, war kein Kostümträger. Er trug weder Neonfarben noch Gesichtsschmuck, der an einen Unfall in einer Werkstatt erinnerte. Sein Auftreten war kantig, aber gepflegt in dem Sinne, dass es Disziplin verriet: der scharfe Blick hinter der Brille, die klare, oft schneidende Rhetorik, die Fähigkeit, Marx, Lukács und die Kritische Theorie nicht nur zu zitieren, sondern in langen, zusammenhängenden Sätzen zu entfalten.

Revoluzzer mit Lederjacke: Rudi Dutschke im Jahr 1967.

Die 68er-Generation mochte revolutionäre Parolen brüllen, doch immerhin las sie noch Bücher. Sie stritt an Universitäten, schrieb Flugblätter mit theoretischem Anspruch und verstand sich – bei aller Verblendung – als intellektuelle Bewegung. Die Kleidung war schlicht, oft nachlässig im studentischen Sinne, aber selten grotesk.

Wer sich heute revolutionär gibt und nicht weniger fordert als den radikalen Umbau der Gesellschaft, die Rettung des Planeten oder wenigstens das Verbot der stärksten Oppositionspartei, tritt in unseren Tagen als Karikatur seiner selbst an die Öffentlichkeit: blaue, pinke oder grüne Haare, die über einer hohen Stirn mit einem „Problem-Pony“ über dem schafsdummen Gesicht enden. Als hätten sie sich im Grundgesetz verlesen: Eine Frisur findet nicht statt.

Problem-Pony, Nasenring, Tattoos: Linke Gesinnung ist oft auf 50 Meter erkennbar.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von NiUS

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von NiUS zu lesen.

Weitere Artikel