Bei großen mediatischen Ereignissen wie einer Fußball-Weltmeisterschaft hofft die Politik traditionell – diesmal allerdings wieder einmal vergebens – unangenehme Ungerechtigkeiten unbemerkt unters Volk zu bringen zu können. Die Einigung der Koalition, wonach die Rentenbeitragszahler künftig bis zu 40 Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr aufbringen sollen, um ein System zu stabilisieren, das aus demografischen, ökonomischen und migrationspolitischen Gründen nicht mehr zu halten sein wird, ist eine solche himmelschreiende Ungerechtigkeit.
Dabei wäre das Geld für bessere Renten durchaus vorhanden – würde es nicht in Abenteuer wie den Ukraine-Krieg, die Finanzierung eines Sozialstaats mit internationalem Rekrutierungsdepartement oder das Milliardengrab der grünen Transformation fließen. Es wird abgeschöpft, was geht, bevor das System neu kalibriert werden muss. Und wir wissen aus leidiger Erfahrung, dass Politik stets den Weg des geringsten Widerstands wählt – und der führt nun einmal zu den Kassen der Mittelschicht, solange dort noch keine Ebbe herrscht.
Deutschlands neuer Sozialismus stellt immer höhere Rechnungen, die fünfeinhalb Millionen Staatsbediensteten wollen auch bei Laune gehalten werden. Und in einem Punkt sind sich Union und SPD einig: Die schrumpfende Zahl der Beitragszahler wird für die ideologische Odyssee ins Faulwasser geradestehen müssen.
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