Am Samstag ist es so weit: Dann wird Ungarns neuer Ministerpräsident, Péter Magyar vereidigt. Dazu veranstaltet seine Tisza-Partei auf eigene Kosten (Geld scheint man zu haben) vor dem Parlament ein ganztägiges Volksfest mit Konzerten. So einen Amtsantritt hat es noch nie gegeben – ein wenig dürfte es wie eine Krönung anmuten.
Die alte Epoche geht derweil geht brutal zuende – die 16 Jahre, in denen Viktor Orbán sein Land führte. Es ist kein normaler Übergang, sondern ein Kollaps. Orbán selbst hatte bereits 2024 in einer internen Rede prophezeit, dass es bei der Wahl um Fortbestand oder Zusammenbruch seines „Regimes” gehen würde – so nannte er damals zum ersten Mal, wenn auch nur intern, das von ihm selbst errichtete Machtmodell.
Zusammenbruch ist das, was nun passiert. Nackte Angst ist zu spüren bei jenen, die in Orbáns Ungarn ganz nach oben aufstiegen. Etwa Gyula Balásy, der sich am 4. Mai freiwillig ins Studio des Parteiorgans der neuen Regierungspartei Tisza begab. „Kontroll” ist der Name des Mediums. Dort gab Balásy (einer der reichsten Unternehmer Ungarns) bekannt, dass er seine Firmen und auch einen großen Teil seines Privatvermögens dem Staat überschreibe. Man muss kein Ungarisch verstehen, um die Angst in seinem Gesicht zu erkennen, und aus seiner Stimme heraus zu hören.
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