Folgen wir der jüngsten Auswertung des Ökonomen Thorsten Polleit, dann wissen wir, dass die deutsche Industrie um etwa ein Viertel vom langfristigen Produktionspfad abgewichen ist. Berlin und Brüssel dürften sich über diese Nachricht insgeheim freuen, ist es doch das Ergebnis ihrer Politik: Energie künstlich zu verknappen und damit für die Betriebe am Standort massiv zu verteuern. Der energiepolitische Suizid in Verbindung mit der grotesken Klimaorgie hat den Exodus deutscher und europäischer Industriebetriebe überhaupt erst ausgelöst.
Daher muss man die allgemeine Reformverweigerung des Brandmauer-Kartells auch entsprechend auslegen: Alles folgt der Degrowth-Ideologie, der Klima-Weltrettung, einer Rettung, die nur durch den Ausstieg Deutschlands aus der höheren Zivilisation möglich zu sein scheint. Dass sich daraus notwendigerweise auch der Abbau des wertschöpfenden Fundaments der deutschen Wirtschaft ergibt, muss als Teil einer politischen Strategie betrachtet werden. Alles andere entspräche nicht mehr der empirischen Befundlage.
Pauschale Untätigkeit allerdings sollte man Berlin unter keinen Umständen vorwerfen. Bundeskanzler Friedrich Merz und sein Schuldenminister Lars Klingbeil haben schließlich Himmel und Hölle und den längst abgewählten Bundestag in Bewegung gesetzt, um mit dem 500 Milliarden Euro schweren Sonderschuldenvermögen die Produktion von grünem Unfug und zunehmend auch von Kriegsgerät in die aufreißenden Lücken der deutschen Industrie zu lenken. Europäischer Bellizismus in Reinform, aufgeladen mit maximaler Russlandangst, um die Bevölkerung auf Kurs zu halten.
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