Während sich die deutsche Politik weiterhin gegen eine Rückkehr zur Kernkraft stellt, sieht es im Rest Europas anders aus: Eine wachsende Zahl von Staaten bekennt sich zur Kernkraft und treibt den Ausbau von Atomkraftwerken voran beziehungsweise verlängert die Laufzeiten bestehender Reaktoren. Nicht zuletzt ist dies auf die zahlreichen Vorteile zurückzuführen, die diese Energiequelle bietet.
Die aktuellsten Nachrichten kommen aus der Slowakei. Dort erreichte der neue Reaktorblock Mochovce 4 am 6. August erstmals eine sich selbst erhaltende Kettenreaktion. Wie aus Medienberichten hervorgeht, stehen der Inbetriebnahme nun nur noch die letzten Leistungstests im Weg. Danach kann der Betreiber die endgültigen Betriebsgenehmigungen für den 471-Megawatt-Block beantragen. Bei Mochovce 4 handelt es sich um den vierten Reaktorblock am Standort des Kernkraftwerks Mochovce. Zusammen mit dem Standort Jaslovské Bohunice betreibt der Staat somit zwei Kernkraftwerke mit insgesamt sechs Reaktoren – den Neubau in Mochovce mit eingerechnet.
Erst wenige Monate zuvor, im April, kamen auch aus Tschechien für Kernkraftbefürworter positive Nachrichten. Der deutsche Nachbar hatte beschlossen, die Laufzeit seiner Reaktoren im Kraftwerk Dukovany um 20 Jahre auf nun bis zu 80 Jahre zu verlängern. Die Reaktoren werden somit vermutlich mindestens bis 2065 laufen. Wie auch die Slowakei betreibt Tschechien zwei Kernkraftwerke mit insgesamt sechs Reaktoren – Dukovany 1 bis 4 sowie Temelín 1 und 2. Neben den Laufzeitverlängerungen ist in Dukovany für die kommenden Jahre auch der Zubau von zwei neuen Reaktoren geplant. Nach aktuellem Plan soll der Bau 2029 beginnen; der erste neue Block soll bis 2036 ans Netz gehen.
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