Es gibt kein politisches Talent mehr in Deutschland. Das hört und liest man immer wieder. Aber das stimmt nicht.
Denn die „Jungsozialisten in der SPD“, kurz Jusos, haben mindestens ein absolut bemerkenswertes politisches Talent: Sie schaffen es regelmäßig, Dinge zu fordern, die selbst die wenigen verbliebenen eingefleischten Anhänger der darbenden Mutterpartei für völlig irre halten.
Der Berliner Landesverband der Jusos (wer auch sonst) will die Zivilehe abschaffen. An ihre Stelle sollen sogenannte „Verantwortungsgemeinschaften“ treten, die unabhängig von Geschlecht, Verwandtschaft oder Personenzahl angemeldet werden können. Also nicht nur von zum Beispiel zwei Männern – sondern auch zum Beispiel von drei leiblichen Schwestern. Alles geht.
Nur die herkömmliche Ehe zwischen Mann und Frau, die sich vor einem Standesbeamten das Ja-Wort geben: Die soll nicht mehr gehen.
In einem Antrag mit dem bezeichnenden Titel „Nieder mit dem Patriarchat, auch wenn es sich romantisch anfühlt“ erklären die Jusos dieses Partnerschaftsmodell zu einem Instrument von Kapitalismus, Patriarchat, Rassismus – und überhaupt eigentlich von allem, was die linken Nachwuchs-Weltdeuter sonst noch so an Lieblingsfeindbildern haben.
Das ist auf so vielen Ebenen so abwegig, dass man kaum weiß, wo man anfangen soll.
Jahrzehntelang haben die wohlstandsverwahrlosten Möchtegern-Revoluzzer bekanntlich die „Ehe für alle“ sozusagen als ultimatives Weltrettungswerkzeug beworben.
Die Ehe, hieß es damals, sei eine ganz wunderbare Einrichtung, und es sei eine unerträgliche Verletzung der Menschenrechte, Homosexuellen diese Institution vorzuenthalten. Wer auch nur die zartesten Einwände dagegen hatte, wurde als rückständig gebrandmarkt, als intolerant, und befand sich auf der falschen Seite der Geschichte – was die sofortige Exkommunikation aus der menschlichen Gesellschaft rechtfertigte.
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