Zeitgleich mit der Verhaftung Hannings nahmen Polizeibeamte im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Manfred D. fest, den langjährigen Büroleiter Hannings. Parallel dazu begannen Durchsuchungen der Wohn- und Geschäftsräume beider Männer, auch in Berlin. Grundlage waren Haftbefehle des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs – das teilte der Generalbundesanwalt am selben Tag mit.
Gegen Hanning besteht nach Angaben der Bundesanwaltschaft der dringende Verdacht der landesverräterischen Ausspähung, des Auskundschaftens von Staatsgeheimnissen, des versuchten Landesverrats und der geheimdienstlichen Agententätigkeit. Manfred D. wird Beihilfe zum versuchten Landesverrat und zur landesverräterischen Ausspähung vorgeworfen. Die beiden sollen dem Ermittlungsrichter heute und morgen vorgeführt werden; er entscheidet über den Vollzug der Untersuchungshaft.
Hanning leitete den BND von Dezember 1998 bis Ende November 2005, genau vom 17. Dezember 1998 bis zum 30. November 2005. Danach war er vom 1. Dezember 2005 bis zum 10. November 2009 Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Manfred D. war in beiden Ämtern sein Büroleiter beziehungsweise Assistent. Von März 2012 bis März 2026 arbeitete D. erneut als Büroleiter für mehrere Nachfolger Hannings und hatte damit Zugang zu geheimhaltungsbedürftigem Material.
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