Der „männliche Jagdblick“ und der „weibliche Sammlerblick“ sind populäre Begriffe aus der Evolutionspsychologie und populärwissenschaftlichen Darstellungen zu Geschlechterunterschieden bei der visuellen Wahrnehmung. Sie leiten sich aus der klassischen Jäger-Sammler-Hypothese ab (Hunter-Gatherer Theory). In zwei Drittel der frühen Gesellschaften jagten auch Frauen, fanden Archäologen heraus. Hier die „Wahrheit“ zu ergründen, ist nicht nötig, in der Classe Politique des Westens können Politiker, Journalisten, Experten und so weiter weder gut weit noch breit blicken – nur extrem kurz und schmal. Das verstellt ihrem Publikum den weiten Breitblick. Der aber nötig ist, um die täglichen Sprüche im politmedialen – oft mit einer Halbwertzeit von nur ein paar Stunden – einordnen zu können.
Das ist im Ukrainekrieg nicht anders als im Golfkrieg und war davor oft schon so. In diesem Beitrag versuche ich, das Spektrum zwischen Kulturkrieg und Golfkrieg zu skizzieren. Absolute Urteile im Orbit der Nachrichten, Gerüchte, geschickte und primitive Lügen über den Golfkrieg, direkte und indirekte Beteiligte finden Leser und Hörer täglich zu Hunderten. Gefälschte Videos zielen mit großem Erfolg auf die weit verbreitete Neigung, allem zu glauben, das der eigenen Meinung vulgo Vorurteil entsprícht. – Ich versuche hier, Substanzielles einander gegenüberzustellen.
Beginnen will ich bewusst mit Amjad Taha. Der in den VAE lebende Journalist und bekannte strategische Analytiker ist als prowestlich und erklärter Gegner des Mullah-IRGC-Iran bekannt. Er kritisiert Trump frontal, er verstehe »den Nahen Osten immer noch nicht. In dieser Region ist es, als würde man den Sieg über den IS verkünden, nur weil man ein paar Pick-ups in die Luft gejagt hat, während man militärische Ausrüstung zerstört, das Regime, seine Ideologie, sein Raketenprogramm, seine Stellvertreter und seine Terrornetzwerke unangetastet lässt. Das islamische Regime terrorisierte die Region lange, bevor es eine ernstzunehmende Marine oder Luftwaffe brauchte. Es griff die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Kuwait, Israel und andere Länder mit Drohnen, Raketen, Milizen und Stellvertretern an. Die Hisbollah existiert noch immer. Die Netzwerke existieren noch immer. Die Ideologie existiert noch immer. Das Regime existiert noch immer. Und dann nennen Sie das einen Sieg und geben demselben Regime womöglich Hunderte von Milliarden Dollar? Das ist kein „Frieden durch Stärke“. Das ist, als würde man den Brandstifter bezahlen, nachdem er die ganze Nachbarschaft niedergebrannt hat. Ihre Freunde erwarteten Führung. Ihre Feinde erwarteten Druck. Stattdessen wurden Ihre Freunde enttäuscht, und Ihre Feinde bekamen einen Deal, von dem sie nicht einmal zu träumen gewagt hätten. Und bitte hören Sie auf, Irans wirtschaftliches Elend als neue Erfolgsgeschichte zu verkaufen. Irans Wirtschaft liegt seit Jahrzehnten am Boden, und die einfachen Iraner leiden seit 47 Jahren. Sie haben diese Realität nicht geschaffen, Sie haben sie lediglich als Erfolg vermarktet.«
Ziemlich genau das Gegenteil sagt Zineb Riboua. Die marokkanisch-berberische (Amazigh) Politikwissenschaftlerin im Hudson Institute (Center for Peace and Security in the Middle East) in Washington, D.C., Forscherin und Analystin sah es am 16. Juni so: »Trump zerstörte den von allen Vorgängern aufrechterhaltenen Status quo im Iran-Konflikt. Erstmals in der Geschichte des US-israelischen Bündnisses führte Israel eine umfassende Militäroperation in voller operativer Harmonie mit Washington durch. Er demontierte die Raketen- und Drohnenarchitektur, die seine Vorgänger ein Jahrzehnt lang in der Region hatten wuchern lassen. Gleichzeitig mobilisierte er das Finanz- und das Energieministerium gegen eine globale Rezession, während eine großangelegte Militärkampagne einen der strategisch wichtigsten Engpässe der Welt umgestaltete. Er verhängte Sanktionen gegen chinesische Raffinerien, die das finanzielle Rückgrat der iranischen Öleinnahmen bildeten, hielt den Xi-Gipfel ab, wodurch Peking gezwungen war, die Kosten ohne Ausweg zu tragen. Er brachte die arabischen Golfstaaten und Israel unter dem Kommando des CENTCOM in eine operative Zusammenarbeit – etwas, das jede vorherige Regierung für strukturell unmöglich gehalten hatte.« – Die Kritiker ironisierte Riboua: »Trump macht es wie Obama, und die Waffenstillstände auf dem Weg dorthin sind regelrechte Kapitulationen.«
UKRAINE UNTER DRUCK: Drohnenkrieg eskaliert – Luftabwehr am Limit! Drohnen in Deutschland | STREAM














