Wer sich heute öffentlich und kompromisslos zum christlichen Glauben bekennt, muss in Deutschland zunehmend mit Gegenwind rechnen. Jasmin Friesen erlebt genau das seit Jahren. Die Christfluencerin und Gründerin von liebezurbibel erreicht auf Social Media hunderttausende Menschen, spricht über Jesus, die Bibel und Gesellschaft – und gerät damit regelmäßig ins Visier medialer Kritik.
Im Gespräch mit NIUS spricht Jasmin Friesen über den wachsenden Hunger junger Menschen nach Orientierung und Glauben, über den Vertrauensverlust in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, und darüber, warum sie glaubt, dass offene Debatten und echte Meinungsvielfalt heute wichtiger sind denn je.
Hier sehen Sie einen Zusammenschnitt:
NIUS: „Der aktuelle Medienwirbel rund um Fußballspieler, die sich öffentlich zu ihrem christlichen Glauben bekennen, zeigt einmal mehr, wie kontrovers Religion heute wahrgenommen wird. Wie haben Sie diese Debatte um Nationalspieler Felix Nmecha erlebt?“
Jasmin Friesen: „Ich habe eigentlich gar keine Berührungspunkte mit Fußball. Aber solche Dinge bekommt man natürlich trotzdem mit. Und da sieht man sofort wieder dieses Muster: Sobald sich ein Fußballspieler öffentlich zu seinem Glauben bekennt, gibt es direkt einen riesigen Aufschrei. Wäre die ganze Mannschaft mit LGBTQ-Bändern aufgelaufen, wäre das natürlich überhaupt kein Problem und ein unglaublich wichtiges gesellschaftliches Statement gewesen. Aber wenn jemand betet – oh mein Gott, das können wir nicht zeigen, darüber muss jetzt diskutiert werden.
Jasmin Friesen zählt zu den bekanntesten christlichen Influencerinnen Deutschlands. Mit ihrer Plattform „liebezurbibel“ erreicht sie mittlerweile fast 100.000 Menschen.
Ich muss ehrlich sagen: Ich finde es wunderschön, wenn Sportler öffentlich zu ihrem Glauben stehen. Ich habe heute erst ein Video kommentiert, in dem man gesehen hat, wie viele Fußballspieler Gott ganz selbstverständlich die Ehre für das geben, was sie tun. Und das ist ja ihr Glaube. Der ist eben nicht einfach nur privat. Was du glaubst, was du vertrittst, deine Überzeugungen – all das trägst du automatisch nach außen. Natürlich haben heute viele Menschen Angst, öffentlich zu etwas zu stehen, weil sie sofort verurteilt werden. Aber am Ende verleugnest du dich ja nicht selbst, nur weil du in der Öffentlichkeit stehst. Und genau das fand ich an diesen Bildern so schön. Wir sehen ständig Ausschreitungen im Fußball, Gewalt, Schlägereien, Aggressionen. Und dann kommen Menschen nach einem Spiel zusammen und beten – ein Friedensstatement eigentlich. Und genau das scheint manchen Leuten nicht zu gefallen. Ich frage mich nur, warum eigentlich.“
NIUS: „Immer mehr junge Menschen finden wieder zum christlichen Glauben, häufig auch über Social Media. Sie bewegen sich mitten in dieser Entwicklung. Warum sucht gerade die jüngere Generation wieder verstärkt nach Glauben?“
Jasmin Friesen: „Weil wir in einer wahrheitsarmen Generation leben. Ich glaube, die Menschen sehnen sich nach Wahrheit. Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir auf eine einzige Frage plötzlich zehn verschiedene Antworten bekommen – aber nichts davon fühlt sich wirklich tragfähig an. Die Welt versucht dir permanent Antworten zu geben, aber letztlich vermittelt sie dir gleichzeitig überhaupt nichts. Alles ist relativ geworden. Alles scheint möglich zu sein. Du kannst alles sein, alles ist okay, alles ist erlaubt – aber am Ende macht irgendwie nichts mehr wirklich Sinn. Und ich glaube, genau deshalb beginnen Menschen wieder, sich fundamentale Fragen zu stellen: Wo komme ich eigentlich her? Wofür bin ich geschaffen? Kann das wirklich alles sein? Ich glaube übrigens auch, dass die Medien einen großen Anteil daran haben, dass Menschen heute stärker hinterfragen. Viele Menschen haben lange ihre Sicherheit in Institutionen gesucht – in der Politik, in gesellschaftlichen Strukturen. Man dachte immer: Da oben wird sich schon gekümmert. Dann kam Corona und plötzlich begannen viele Menschen zum ersten Mal ernsthaft zu fragen: Worauf basiert eigentlich meine Sicherheit? Wem kann ich überhaupt noch vertrauen? Was stimmt eigentlich noch? Ich glaube, sobald ein Mensch anfängt, ernsthaft nach Wahrheit zu suchen, kommt er irgendwann an Jesus nicht vorbei. Denn er sagt ja selbst: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
SACHSEN-ANHALT: Beben bringt Schulze ins Wanken! AfD rechnet mit vielen Partei-Überläufern | LIVE














