Industrie meldet Wachstum – Hoffnung oder Scheinblüte?

vor etwa 12 Stunden

Industrie meldet Wachstum – Hoffnung oder Scheinblüte?
Bildquelle: Tichys Einblick

Brachte der Mai dem Bundeskanzler die ersehnte Industriewende? Zahlen des Statistischen Bundesamtes wiesen ein Industriewachstum von 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat aus. Der Auftragseingang hingegen blieb weiterhin schwach. Ganz gleich, wie voluminös die Aufträge der Bundeswehr auch sein mögen, die sich seit mehr als einem Jahr in den Auftragsbüchern der deutschen Rüstungsindustrie niederschlagen: Hier ruht die große Hoffnung von Friedrich Merz und Schuldenminister Lars Klingbeil. Sie wollen sich aus der gigantischen Industriedepression herauswachsen – mit kreditfinanzierter Waffenproduktion. Auf diese Idee muss man erst einmal kommen. Zumal sie übelste historische Anleihen nimmt, über die noch zu reden sein dürfte.

Merz und Klingbeil tauchen Deutschland zur Umsetzung ihres Militär-Keynesianismus gefährlich tief in die Verschuldung. Der Ertrag bislang: nichts Zählbares, nur Pfeifen im Walde. Die Industrie verfällt weiter. Volkswagen streicht 100.000 Stellen, Porsche folgt mit weiteren 4.000 Arbeitsplätzen. Deutschland verliert täglich rund 1.000 Industriearbeitsplätze. Das überideologisierte, zunehmend zentral gesteuerte System frisst seine Kinder. Vor allem aber zerstört es jene Quellen, die es bis heute speisen.

Zurück zur Wachstumszahl: Handelt es sich also tatsächlich nur um den statistischen Effekt kreditfinanzierter Rüstungsnachfrage? Heiße Luft mit heißer Ware, die keinerlei zivilen Nutzen entfaltet und ganz offensichtlich in keinem Zusammenhang mit der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands steht – eines Landes, das bereits vor Friedrich Merz einen nicht unerheblichen Wehretat aufwies?

Ein Großteil der Rüstungsaufträge findet sich statistisch im Bereich der „sonstigen Fahrzeuge“ der Industrieproduktion wieder. Dieser Bereich war zuletzt extrem volatil und wies immer wieder kräftige Ausschläge nach oben auf – ein Indiz dafür, dass sich die massive Staatsnachfrage der Bundeswehr inzwischen in der Statistik niederschlägt und langsam vom Auftragseingang in die Produktionszahlen wandert.

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