Über alle Institute hinweg zeigt sich ein klares Muster: CDU/CSU und AfD liegen dicht beieinander. Bei dem traditionell eher als CDU-freundlich geltendem Umfrageladen Allensbach führt die Union noch mit 26 % vor der AfD 25 %, ansonsten liegt die AfD schon deutlich vorne.
Der Trend ist eindeutig: Während die Union leicht nachgibt, steigert sich die AfD auf ein Niveau von 26 bis 27 Prozent – und liegt damit bei der Mehrheit der Institute klar vor der Union. Das ist mehr als eine Momentaufnahme. Es ist Ausdruck einer strukturellen Verschiebung. Die Union verliert ihre Rolle als größte und damit prägende Kraft.
Besonders auffällig: Die Union gelingt es nicht, sich bei den Wählern entscheidend von der AfD abzusetzen. Stattdessen entsteht ein Block nahezu gleicher Stärke, wenn man es freundlich so nennen mag. Die klassische Rolle der Union als dominierende Volkspartei wird damit weiter untergraben und ist verloren. Im konservativen Lager liegt die AfD damit deutlich vorne. Parteistrategen werden versuchen, diese Entwicklung in ihrem Sinne schönzureden. Aber im klassischen System konkurrieren rechts der Mitte AfD und CDU/CSU um Wähler – wobei die AfD die Führung übernommen hat. Zusammen bilden beide Parteien eine deutliche Mehrheit. Diese darf aber politisch nicht zum Tragen kommen – wegen der sogenannten Brandmauer. Weil nach diesem Konzept die CDU nicht mit der AfD koalieren darf ist die CDU auf linke Regierungspartner angewiesen. Damit richtet sie sich nach Links aus, und verliert auf der rechten Seite des Wählerspektrums immer mehr unzufriedene Wähler an die AfD. Der eigentliche Verlierer der Brandmauer-Politik ist die CDU – der Gewinner kurzfristig die SPD. Sie kann die CDU so an ihrer Seite und auf ihre Linie zwingen.
Presseclub · Sommer der Reformen: Kommt Deutschland so voran? | 04.07.2026











