Die Antifa in Panik: Man brauche Regenschirme, um sich zu schützen, verkündet der Sprecher bei der Anti-Apollo-Kundgebung vor unserem Bürogebäude, „weil diese Hunde hier rumlaufen mit ihren scheiß Kameras und versuchen, tolle Bilder zu machen“. Nicht mal in Ruhe zur Vertreibung von unliebsamen Journalisten darf man mehr aufrufen. Man hat es schon schwer als armer Antifa-Anhänger. Sogar in Kreuzberg.
Warum mussten wir ausgerechnet nach Kreuzberg ziehen? Schon als die taz vor ein paar Tagen über die angekündigte Demo gegen uns berichtet hat – und dabei charmant so oft unsere bis dato nicht öffentliche Büroadresse erwähnte, wie nur irgendwie möglich –, schwang da dieser unterschwellige Vorwurf mit. Kreuzberg sei immerhin eine für Rechte „selbst ernannte No-Go-Area“. Es las sich ein bisschen wie: „Wenn ihr auf die Fresse bekommt, seid ihr selbst schuld“.
Die Frage lässt sich gar nicht so leicht beantworten. Die meisten von uns wohnen hier, man ist am Puls der Zeit. So unangenehm Kreuzberg auch ist, hat es schon seine Vorzüge. Doch gerade auch dieses Unangenehme hat seinen Reiz und sorgt dabei für ein wichtiges Zeichen: Wir flüchten nicht in die Randbezirke. Unser Büro ist im Herzen der Berliner Hausbesetzerbewegung. Und die kann es interessanterweise überhaupt nicht leiden, wenn jemand in ihr Kiez zieht, den sie zur Abwechslung mal nicht haben wollen.
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